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Auch am 1. Mai 2012 wird die Welt noch von der Unordnung beherrscht sein. Denn das herrschende System bietet all seine Tricks und Macht auf, bevor es ihm an den Kragen geht: Kriege werden von hier aus geführt, aus der BRD. Sie beginnen direkt vor unserer Haustür mit der Anwerbung von sogenannten „sozial Schwachen“ bis in die Reihen der SchülerInnen. Es handelt sich um imperialistische Kriege, die Märkte erschließen oder sichern und geostrategische Interessen sowie Ressourcenzugänge sichern sollen. Alles im Namen der Monopolgruppen der westlichen Industrienationen.
Darüber hinaus sind wir insbesondere seit der SPD-Agenda 2010 mit einem massiven Sozialabbau konfrontiert, der von faschistoider Hetze gegen Hartz IV-EmpfängerInnen begleitet wird. Leiharbeit, Kurzarbeit, zwanghafte Arbeitsmaßnahmen „für“ Arbeitslose. Das sind die Formeln, mit denen die deutschen Monopole ihre Profite in der BRD sichern wollen.
Neben dieser zentralen Ungerechtigkeit gibt es viele Probleme, die zunächst einfach und unabhängig vom Kampf gegen die herrschende Klasse lösbar erscheinen, dies aber keinesfalls sind. „Bildungsreform ohne Gesellschaftsreform ist ein Unding.“, wusste schon Kurt Tucholsky. Und es ist der Kapitalismus, der die Umwelt jeden Tag zerstört. Wer die Macht des Kapitals also anerkennt, kann ein Leben lang vergeblich für die vermeintlich kleinen Verbesserungen im Hier und Jetzt streiten. Denn der Kapitalismus strebt danach, aus Geld mehr Geld zu machen. Er verfolgt keine sozialen Ziele, sondern soziale Mindeststandards sind dem System um seines eignen Überdauerns Willen aufgenötigt, damit die herrschende Klasse weiter herrschen kann. Er versagt humanistisch. Er presst Menschen in Ländern noch geringerer Löhne, Sozialstandards und noch schlechterer Arbeitsbedingungen in seiner ganzen Schonungslosigkeit aus.
Das Konkurrenzkonzept des Kapitalismus leitet nahtlos über zu Diskriminierung nicht nur von BilliglöhnerInnen und Arbeitslosen, den vermeintlichen „Sozial-Schmarotzern“, sondern auch von jeglichen Menschen anderer Herkunft: Rassismus. Es ist ein willkommener Blitzableiter, wenn die Ausgebeuteten gegen ihre ausländischen LeidensgenossInnen vorgehen, statt gegen ihre Ausbeuter. Deswegen wird auch in den Medien tendenziöse Berichterstattung geleistet und die harten Fakten von toten, weggesperrten oder entrechteten Flüchtlingen werden ausgespart. Muslimfeindliche Hetze und die nationalsozialistische Hetze eines Bundesbankers von unterirdischem Niveau wird ernsthaft verhandelt, Faschistenbanden beschwören den „Volkszorn“ und Ereignisse wie Rostock Lichtenhagen 1992 werden erneut möglich.
Es zeigt sich, dass die Nation in mehrfacher Hinsicht die Hüterin des Monopolkapitalismus ist, ob nun bei der Sicherung nach innen oder nach außen: Krieg, Repression, Nationalismus und Sozialabbau dienen letztlich dem selben Zweck: der Gewinnmaximierung. Hier - in der täglichen Ausbeutung der Menschen; ihrer Kriminalisierung und Abschiebung; im Rassismus und Nationalismus, der gesät wird; im Krieg; in den Kriegslügen und in den Medienerzeugnissen, die die Verhältnisse verschleiern - liegt die wahre Fratze des Kapitalismus im Imperialismus. Eine Hauptverantwortung findet man im Bankenviertel von Frankfurt ebenso wenig, wie im Gedicht eines alternden Grass.
Der Hauptfeind steht im eignen Land, sagte Karl Liebknecht. Daran hat sich nichts geändert. Er heißt Kapitalismus. Er ist ein System, das es zu bekämpfen gilt, eine ungerechte Eigentums- und Produktionsordnung. Lasst uns in den kommenden Tagen mit diesem Hauptfeind genauso wie auch mit all seinen menschenverachtenden Begleiterscheinungen aufräumen! Für eine gerechte, friedliche Welt ohne Rassismus, Nationalismus und anderen Chauvinismus, in der es freie Bildung, eine intakte Natur und eine allumspannende Solidarität gibt!
Seid einig und entschlossen! El pueblo unido jamas será vencido!
Die Linksjugend ['solid] Thüringen ruft alle Menschen auf, sich an den zahlreichen Mai-Aktionen zu beteiligen. Ob für einen revolutionären 1. Mai in der Tradition der Arbeiterbewegung in Pößneck (Thüringen) oder gegen Nazis und ihre Verdrehung sozialer Kämpfe in Hof, Chemnitz, Bonn oder Weimar. Es liegt an uns, was wir aus den Möglichkeiten einer neuen Welt machen! |